Was ist eigentlich Homöopathie?

Homöopathie erklärt. Definition ganz einfach. Ohne Hokuspokus.

Auf dieser Seite erkläre ich Ihnen in einfachen Worten die Homöopathie. Am Ende werden Sie die Idee dahinter verstehen und auch nachvollziehen können, weshalb mit Verdünnungen und Potenzen gearbeitet werden muss.

Stellen Sie sich vor, Sie trinken innerhalb einer Stunde 3 Liter starken Kaffee.

Sie werden mir zustimmen, dass Sie davon eine Wirkung spüren, Ihr Körper wird Symptome entwickeln.

Welche wären das? Denken Sie nach!
Ganz genau, Sie wissen, was ich meine. Sie werden folgendes feststellen:

  • Ihre Hände zittern
  • Sie sind nervös, erregbar und überaktiv
  • Sie sind reizbar und angriffslustig
  • Sie schwitzen, es ist irgendwie kalt und heiß gleichzeitig
  • mit Ihrem Magen stimmt was nicht
  • Sie haben Herzklopfen
  • Sie haben unzählige Ideen und Fantasien
  • Sie sind so nervös, dass Sie keinesfalls schlafen können

Was tut Ihnen gut in diesem Moment der Kaffeevergiftung?

  • Hinliegen
  • Wärme und Zudecken
  • Schlaf wäre super, aber leider kaum möglich…

Was können Sie in dieser Situation überhaupt nicht brauchen?

  • Geräusche und das Geschwätz, das dieser Homöopath von sich gibt!
  • Berührung
  • Gerüche, vor allem starke
  • jegliche geistige Anstrengung, Sie wollen endlich mal Ruhe!

 

Kaffee Tasse Homöopathie

Glückwunsch! Sie haben soeben Ihre erste homöopathische Arzneimittellehre erstellt!

Das Arzneimittel heißt Coffea!

Nun können Sie fortfahren mit Tollkirsche, Fliegenpilz oder Arsen! Spaß beiseite, das machen Sie besser nicht!

Dieses Verfahren nennt man Arzneimittelprüfung

Gesunde Menschen nehmen bestimmte Substanzen ein, oftmals giftige, und lassen diese auf sich und ihren Körper wirken. Sie notieren fein säuberlich die entstehenden Symptome, Empfindungen, Abneigungen, Verlangen, Gedanken und so weiter.
Im Laufe der Zeit und durch sehr viele Probanden entsteht ein ziemlich exaktes Symptomenspektrum.

Dieses Symptomenspektrum heißt Arzneimittelbild

Vielleicht haben Sie schon mal den Satz „Similia similibus curentur“ gehört. Das bedeutet in etwa: „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“.

Dieser stammt von Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843), einem Arzt, der damals, frustriert von der damaligen universitären Medizin mit Aderlässen und Quecksilberbehandlungen, nach neuen Wegen suchte, das Leid der Kranken zu lindern, ohne diese durch die gängigen Heilmethoden noch schwächer zu machen oder gar zu töten.

Durch Selbstversuche fand er heraus, dass genau die Substanz, die bei ihm, also einem gesunden Menschen, bestimmte Symptome erzeugt, genau diese bestimmten Symptome eines Kranken heilen kann. Unglaublich, nicht wahr?

Nun zurück zum Kaffee…

Sie vermuten vielleicht, wie es weitergeht…

Was machen wir also mit einem Menschen, der hilfesuchend unter folgenden Symptomen leidet?
(natürlich ohne 3 Liter Kaffee innerhalb einer Stunde getrunken zu haben)

  • kaum zu beschreibende Nervosität und Reizbarkeit leidet?
  • der zittert und schwitzt?
  • der gleichzeitig Magenschmerzen hat?
  • der sich einen erholsamen Schlaf überhaupt nicht mehr vorstellen kann?

Richtig! Wir verordnen ihm Coffea. Die Symptome werden allmählich verschwinden und der ehemals so kranke Patient wird wieder zu einem gesunden Menschen.

Jetzt haben Sie das große Geheimnis der Homöopathie verstanden.

 

Und was heißt Potenzierung, was sind Potenzen?

Sie haben am Beispiel Coffea gesehen, dass die Arznei, die bei einem Gesunden bestimmte Symptome hervorruft, eine Krankheit heilen kann, die sich durch „ähnliche“ Symptome zeigt.

Eine Substanz, die starke Nervosität und Schlaflosigkeit erzeugt, wie in unserem Beispiel Coffea, ist in der Lage, starke Nervosität und Schlaflosigkeit als Ausdruck einer Erkrankung zu heilen.

Soweit so gut.
Was aber, wenn die nach diesen Gesichtspunkten passende Arznei giftig ist? Also richtig gefährlich?

Stellen Sie sich mal vor, sie beißen in einen Fliegenpilz

Sie stimmen mir bestimmt zu, dass Sie gewisse Symptome entwickeln werden.

Innerhalb von 1 -3 Stunden tritt ein Rauschzustand ein, der einem Alkoholrausch ähnelt, es setzen Bewegungsstörungen ein, Sie sind nicht mehr in der Lage, exakt nach Dingen zu greifen oder richtig zu gehen. Oftmals kommt es zu Krämpfen und sogar zu Krampfanfällen. Irgendwann werden Sie einschlafen. Beim Aufwachen werden Sie sich an nichts mehr erinnern.

Da Sie ja mittlerweile homöopathisch denken, fällt Ihnen vielleicht ein, bei welchen Erkrankungen der Fliegenpilz als Arznei eingesetzt werden kann.

Genau. Bewegungsstörungen wie z. B. bei multipler Sklerose oder Epilepsie usw.

Es ist Ihnen bestimmt klar, worauf ich hinaus will. Wir können das Gift nicht pur als sogenannte Ursubstanz verabreichen. Die toxischen Nebenwirkungen würden den Kranken so schwächen, dass er die Behandlung vielleicht nicht überleben würde.

Welche Lösung würde Ihnen zu diesem Problem einfallen?

Sehr gut! Natürlich würden Sie das Gift verdünnen und hoffen, dass die Wirkung immer noch ausreicht, um die Krankheit zu heilen, ohne den Patienten zu vergiften.

Jetzt wird es ein wenig schräg.
Zu unserer Überraschung stellen wir fest, dass die Wirksamkeit der Ursubstanz mit der Verdünnung nicht abnimmt, sondern im Gegenteil sogar zunimmt. Es ergeben sich sogar noch völlig neue Wirkungen!

Dr. Hahnemann hatte durch das Verdünnen und Verschütteln der Rohsubstanz in einem bestimmten Verhältnis herausgefunden, dass die Wirksamkeit dieser potenzierten Arzneimittel tiefer greifend und lang anhaltender war.

Der Begründer der Homöopathie hatte selbst keinerlei theoretische Spekulationen über die Ursachen der Wirksamkeit potenzierter Arzneien angestellt.
Auch heute noch ist die geistartige Kraft der Arzneimittel weder theoretisch erklärbar noch wissenschaftlich beweisbar.
Wissenschaftliche, wie etwa quantenphysikalische Erklärungsmodelle für die Wirkungsverstärkung dynamisierter und potenzierter Arzneimittel stehen noch immer aus.

Damit müssen wir klarkommen. Oder auch nicht.

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